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Im heutigen Artikel erzählen wir Ihnen von einem König, der unter zahlreichen jungen Frauen ausgerechnet jene auswählte, deren Gesicht er nie gesehen hatte. Während die anderen Kandidatinnen versuchten, seine Aufmerksamkeit mit Reichtum, Schönheit und schmeichelnden Worten zu gewinnen, stellte Eleonora von Anfang an nur eine Bedingung – sie würde den Schleier erst vor dem Mann abnehmen, der ihr Ehemann werden würde. König Adrian stimmte dem zu, doch er konnte nicht ahnen, wie sehr ihn der Moment überraschen würde, in dem sie schließlich allein sein würden.

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Adrian war fünfunddreißig Jahre alt und stand bereits seit langer Zeit unter dem Druck, zu heiraten. Nach dem Tod seines Vaters war die Frage nach einem Thronfolger zu einem der wichtigsten Themen im Palast geworden. Seine Berater erinnerten ihn daher beinahe täglich daran, dass das Königreich eine zukünftige Königin und ein Kind erwartete, das eines Tages den Thron erben würde.

An Möglichkeiten mangelte es ihm nicht. In den Palast kamen die Töchter wohlhabender und einflussreicher Familien, und jede von ihnen hatte einen Grund, weshalb andere sie für eine ausgezeichnete Wahl hielten. Trotzdem war Adrian nicht interessiert.

Einige Mädchen bemühten sich so sehr, ihm zu gefallen, dass er bereits nach wenigen Minuten jede ihrer Antworten vorhersehen konnte. Andere sprachen fast ausschließlich über den Reichtum und den gesellschaftlichen Status ihrer Familien und über die Vorteile, die eine Ehe dem Königreich bringen könnte. Wieder andere wagten es nicht, auch nur einem einzigen seiner Worte zu widersprechen.

Genau darin sah Adrian das Problem.

Er wollte keine Ehefrau, die ihm einfach nur alles bestätigen würde, was er ohnehin schon dachte.

Deshalb kündigte er schließlich eine große Auswahl an und ordnete an, dass Mädchen aus verschiedenen Teilen des Königreichs die Möglichkeit erhalten sollten, in den Palast zu kommen. Mehrere Tage lang sprach er persönlich mit den Kandidatinnen.

Doch erst am letzten Tag erschien eine Frau, die es schaffte, seine volle Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Das Mädchen, das sein „Gesicht nicht verkaufen“ wollte

Die junge Frau betrat den Saal in einem teuren, hellen Kleid, das mit goldenen Fäden verziert war. Eine große Kapuze bedeckte ihren Kopf, während ein dünner Schleier den unteren Teil ihres Gesichts verbarg.

Nur ihre grauen Augen waren zu sehen.

Ihr Erscheinen löste unter den Anwesenden sofort Gemurmel aus. Es war unvorstellbar, dass eine Kandidatin für die Ehe mit dem König vor ihm stand und sich gleichzeitig weigerte, ihr eigenes Gesicht zu zeigen.

Einer der Berater befahl ihr sofort, den Schleier abzunehmen.

Eleonora sah ihn ruhig an.

„Ich werde ihn nur vor meinem Ehemann abnehmen.“

— Eleonora

Gelächter ging durch den Saal.

Eine der anderen Kandidatinnen fragte sie spöttisch, was sie tun werde, wenn der König sich weigere, eine Frau zu heiraten, deren Gesicht er nie gesehen habe.

Eleonora wirkte nicht beleidigt.

„Dann werde ich gehen“, antwortete sie. „Ich bin nicht hierhergekommen, um mein Gesicht zu verkaufen.“

Zum ersten Mal seit Tagen lächelte Adrian ehrlich.

Er befahl den anderen zu schweigen und begann, mit ihr zu sprechen.

Eleonora prahlte weder mit ihrer Herkunft noch mit dem Reichtum oder den Beziehungen ihrer Familie. Sie versuchte nicht, die Antwort zu erraten, die der König hören wollte. Als er sie fragte, was sie von ihrem zukünftigen Ehemann erwarte, gab sie ihm eine Antwort, die ihn nachdenklich machte.

„Dass er von mir nichts verlangt, was er selbst nicht bereit ist zu geben.“

Als Adrian nach einem Beispiel fragte, antwortete sie mit nur einem Wort.

„Vertrauen.“

WICHTIGER MOMENT

Statt darauf zu bestehen, dass sie den Schleier abnahm, beschloss Adrian, die Gespräche mit Eleonora fortzusetzen. Gerade die Tatsache, dass sie nicht versuchte, ihm zu gefallen, und von ihm dasselbe Vertrauen verlangte, das auch er von ihr erwarten würde, wurde zum Grund dafür, dass er sie erneut in den Palast einlud.

Sie widersprach dem König, während alle anderen schwiegen

Am nächsten Tag lud Adrian Eleonora erneut ein.

Danach tat er es noch mehrere Male.

Ihre Gespräche waren längst nicht mehr nur Teil einer formellen Brautwahl. Sie sprachen über Kriege, Gesetze, arme Dörfer und das Verhältnis zwischen einem Herrscher und den Menschen, über die er regierte.

Eleonora gab ihm nicht einfach recht.

Wenn sie der Meinung war, dass er sich irrte, sagte sie es ihm offen. Diese Art des Gesprächs überraschte besonders die Berater, die daran gewöhnt waren, dass die Menschen vor dem König jedes Wort sorgfältig abwogen.

Einmal ging Eleonora sogar so weit, ihm direkt auf ein Problem hinzuweisen, das sie bei den Menschen in seiner Umgebung beobachtet hatte.

„Eure Majestät, wenn alle Menschen um Euch herum nur das sagen, was Ihr hören wollt, bedeutet das, dass Ihr von zu vielen Feiglingen umgeben seid.“

— Eleonora

Die Berater wurden bei diesen Worten blass.

Adrian hingegen lächelte erneut.

Eine Woche später verkündete er eine Entscheidung, die für noch größeres Erstaunen sorgte.

Eleonora würde seine Ehefrau werden.

Im Saal brach sofort Unruhe aus. Viele konnten nicht akzeptieren, dass der König eine Frau ausgewählt hatte, deren Gesicht er noch immer nicht gesehen hatte.

Die Mutter einer der Kandidatinnen fragte ihn offen, wie er eine solche Entscheidung treffen könne, wenn er nicht einmal wisse, wie seine zukünftige Königin aussehe.

Adrian sah sie kühl an.

„Ich möchte ihr Geheimnis entdecken.“

Trotz aller Einwände wurde die Entscheidung nicht geändert.

Die Hochzeit wurde für einen Monat später angesetzt.

Sie nahm den Schleier nicht einmal während der Hochzeit ab

Die Gerüchte über die zukünftige Königin verbreiteten sich schnell. Die Menschen versuchten herauszufinden, was Eleonora verbarg. Einige glaubten, dass sich unter dem Schleier eine Verletzung befand, andere vermuteten einen ungewöhnlichen Brauch, während manche die gesamte Situation als Beleidigung des Königs betrachteten.

Eleonora reagierte nicht auf die Spekulationen.

Auch während der Zeremonie zeigte sie ihr Gesicht nicht.

Viele Anwesende waren der Meinung, Adrian müsse sie zumindest vor der Eheschließung dazu zwingen, den Schleier abzunehmen. Doch der König ließ dies nicht zu.

Er akzeptierte die Bedingung, die sie bereits am ersten Tag gestellt hatte.

Ihr Gesicht würde sie nur ihrem Ehemann zeigen.

Erst spät am Abend schlossen sich die Türen der königlichen Gemächer hinter ihnen, und zum ersten Mal waren sie als Ehemann und Ehefrau völlig allein.

Adrian trat auf sie zu.

Eine Weile betrachtete er einfach nur ihre grauen Augen, die ihn bereits am ersten Tag fasziniert hatten.

Dann lächelte er.

„Endlich bist du meine Frau. Jetzt zeig mir dein Gesicht.“

— König Adrian

Eleonora erstarrte.

Zum ersten Mal bemerkte Adrian in ihren Augen etwas, das er zuvor noch nie gesehen hatte.

Angst.

Er fragte sie, was nicht stimmte.

Statt sofort nach dem Schleier zu greifen, fragte Eleonora ihn, ob er ihr etwas versprechen könne.

Sie wollte, dass er ihr zuerst zuhörte.

Adrian runzelte die Stirn, stimmte aber zu.

„Ich verspreche es.“

Erst dann hob Eleonora langsam ihre Hände.

Mit den Fingern ergriff sie den Schleier, der monatelang den unteren Teil ihres Gesichts verborgen hatte, und begann, ihn abzunehmen.

Adrian beobachtete jede ihrer Bewegungen aufmerksam.

Als der Stoff schließlich von ihrem Gesicht glitt, verschwand sein Lächeln.

Er machte einen Schritt zurück.

Er war von dem, was er sah, so überrascht, dass er einige Augenblicke lang kein Wort hervorbrachte.

Eleonora blieb völlig regungslos vor ihm stehen und wartete darauf, dass der König das Versprechen einhielt, das er ihr nur wenige Sekunden zuvor gegeben hatte, und ihr zuhörte, was sie ihm erklären musste.

Im vorliegenden Teil der Geschichte wird nicht enthüllt, was sich genau unter dem Schleier befand oder warum Eleonora ihr Gesicht so lange verborgen hatte. Die Geschichte endet genau in dem Moment, in dem Adrian zum ersten Mal sieht, was seine Ehefrau verborgen hatte, und vor Schock einen Schritt zurückweicht.

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