Ausführliche Beschreibung und Neuinterpretation eines klassischen Chałka-Rezepts
Die Chałka ist ein traditionelles, geflochtenes Hefegebäck, das vor allem in der jüdischen Küche eine besondere Bedeutung hat. Dieses Brot ist bekannt für seine zarte, luftige Krume, seinen leicht süßlichen Geschmack und die glänzende, goldbraune Kruste. Im Folgenden wird das Rezept nicht einfach wiedergegeben, sondern neu formuliert, vertieft und erklärend dargestellt, sodass sowohl Anfänger als auch erfahrene Hobbybäcker davon profitieren können.

Zutaten – die Basis für ein perfektes Ergebnis
Die Qualität der Zutaten spielt bei diesem Rezept eine entscheidende Rolle. Besonders Butter, Eier und Mehl beeinflussen Geschmack und Textur maßgeblich.
Benötigte Zutaten im Überblick:
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1 Tasse warmes Wasser (nicht heiß, idealerweise lauwarm)
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2 ¼ Teelöffel aktive Trockenhefe
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5 Eigelb (Zimmertemperatur)
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⅓ Tasse geschmolzene Butter (hochwertige Butter sorgt für ein intensiveres Aroma)
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5 Esslöffel weißer Zucker
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2 Teelöffel Vanillezucker
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3 ¾ Tassen Weizenmehl (Allzweckmehl)
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1 Teelöffel Salz
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1 ganzes Ei (für die Eistreiche)
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Optional: Sesam- oder Mohnsamen als Topping
👉 Alle Zutaten sollten vor Beginn vorbereitet und abgemessen werden, um einen reibungslosen Arbeitsablauf zu gewährleisten.
Teigzubereitung – der erste und wichtigste Schritt
1. Aktivieren der Hefe
In einer großen Rührschüssel wird zunächst das warme Wasser eingefüllt. Anschließend wird die Trockenhefe hineingestreut und kurz verrührt. Nach wenigen Minuten beginnt die Hefe zu schäumen – ein Zeichen dafür, dass sie aktiv ist.
Dieser Schritt ist entscheidend, denn nur eine funktionierende Hefe sorgt später für ein gutes Volumen und eine lockere Struktur.
2. Hinzufügen der feuchten Zutaten
Nun werden die Eigelbe, der Zucker sowie der Vanillezucker zur Hefemischung gegeben. Die Masse wird gründlich verrührt, bis sich die Eigelbe vollständig aufgelöst haben und eine homogene, leicht cremige Konsistenz entsteht.
👉 Die Eigelbe verleihen dem Teig seine typische gelbliche Farbe und machen ihn besonders reichhaltig.
3. Trockene Zutaten einarbeiten
Jetzt kommen folgende Zutaten hinzu:
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das Mehl
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die geschmolzene Butter
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das Salz
Mit einem Holzlöffel wird alles etwa zwei Minuten lang vermischt. Anschließend lässt man den Teig fünf Minuten ruhen, damit das Mehl die Flüssigkeit aufnehmen kann. Danach wird weitere vier Minuten gerührt, bis ein weicher, leicht klebriger Teig entsteht.
Alternativ kann auch eine Küchenmaschine mit Knethaken auf niedriger Stufe verwendet werden.
Kneten – Entwicklung der Teigstruktur
Der Teig wird nun auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche gegeben. Durch 1–2 Minuten sanftes Kneten entwickelt sich das Gluten, das für Elastizität sorgt. Falls der Teig zu stark klebt, kann vorsichtig etwas Mehl ergänzt werden.
Der ideale Teig ist:
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weich
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elastisch
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nicht klebrig
Zum Schluss wird er zu einer glatten Kugel geformt.
Kalte Gare – Zeit für Geschmack
Die Teigkugel kommt nun in eine leicht geölte Schüssel und wird luftdicht mit Frischhaltefolie abgedeckt. Anschließend wird sie im Kühlschrank gelagert, idealerweise über Nacht, aber maximal bis zu vier Tage.
👉 Diese lange, kalte Ruhephase intensiviert das Aroma und verbessert die Textur des Brotes erheblich.
Formen der Brote – Vorbereitung auf das Flechten
Nach der Kühlzeit wird der Teig aus dem Kühlschrank genommen und in zwei gleich große Teile geteilt. Jeder Teil ergibt ein Brot.
Jeder dieser Teigstücke wird weiter in fünf gleich große Portionen unterteilt. Diese werden zu etwa 25 cm langen Strängen gerollt.
Das Flechten – charakteristisch und kunstvoll
Das Flechten mit fünf Strängen mag zunächst kompliziert erscheinen, lässt sich jedoch mit System gut umsetzen.
Vorgehensweise:
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Die fünf Stränge werden nebeneinandergelegt und an einem Ende zusammengedrückt.
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Die Stränge werden von links nach rechts mit 1 bis 5 nummeriert.
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Anschließend erfolgt das Flechten nach folgendem Muster:
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Strang 1 über 3
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Strang 2 über 3
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Strang 5 über 2
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Dieser Ablauf wird wiederholt, bis das gesamte Brot geflochten ist. Am Ende werden die Stränge zusammengedrückt und untergeschlagen.
Das Ergebnis ist ein gleichmäßiger, dekorativer Zopf.
Zweite Gehzeit – Volumen aufbauen
Die fertigen Zöpfe werden auf ein mit Backpapier belegtes Blech gelegt. Nun wird eine Eistreiche aus:
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1 Ei
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1 Esslöffel Wasser
vorbereitet und vorsichtig aufgetragen. Die Brote ruhen anschließend etwa eine Stunde an einem warmen, zugfreien Ort.
Finales Aufgehen und Topping
Nach der ersten Gehzeit werden die Brote ein zweites Mal mit der Eistreiche bestrichen. Jetzt können nach Belieben Sesam oder Mohn aufgestreut werden.
Je nach Raumtemperatur und Hefesorte lässt man die Brote weitere 30 bis 60 Minuten gehen, bis sie sichtbar an Volumen gewonnen haben.
Backen – der krönende Abschluss
Der Backofen wird auf 350 °F (ca. 175 °C Ober-/Unterhitze) vorgeheizt.
Die Brote werden 30 bis 40 Minuten gebacken, bis sie:
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eine goldbraune Oberfläche haben
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beim Klopfen auf die Unterseite hohl klingen
Nach dem Backen werden sie auf ein Gitter gelegt und vollständig abgekühlt, bevor sie angeschnitten werden.
Diese neu interpretierte Anleitung für Chałka zeigt, dass Geduld, hochwertige Zutaten und sorgfältige Technik der Schlüssel zu einem perfekten Ergebnis sind. Das Brot eignet sich hervorragend für:
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festliche Anlässe
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Frühstück oder Brunch
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süße oder herzhafte Beilagen
Ein klassisches Rezept, modern erklärt – luftig, aromatisch und optisch beeindruckend.
Guten Appetit! 🥖✨




















