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Im heutigen Artikel erzählen wir Ihnen die bemerkenswerte Geschichte einer Frau, die glaubte, dass Ehe, Schwangerschaft und das Elternhaus den Beginn eines ruhigeren Lebensabschnitts bedeuten würden – bis sie plötzlich um ihre eigene Sicherheit und ihr Eigentum kämpfen musste. Ivana hatte von ihrem verstorbenen Vater ein Haus in Samobor geerbt. Doch was für sie eine Erinnerung und ein Gefühl von Sicherheit darstellte, begann ihr Ehemann Marko als Ausweg aus seinen schweren finanziellen Problemen zu betrachten.

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Ivana Radić war vierunddreißig Jahre alt, seit sechs Jahren verheiratet und erwartete ihr erstes Kind, als sich ihre Beziehung zu ihrem Ehemann plötzlich in eine völlig andere Richtung entwickelte. Der Grund war weder ihre Wohnung noch die alltäglichen Ausgaben oder eine gewöhnliche Ehekrise, sondern das Haus in Samobor, das sie von ihrem verstorbenen Vater geerbt hatte.

Anfangs sah alles noch wie ein Gespräch über ihre gemeinsame Zukunft aus. Nur drei Wochen nach der Erbschaftsverhandlung schlug Marko ihr vor, die Hälfte des Hauses auf seinen Namen zu übertragen. Er erklärte, dies würde ihnen helfen, einen Kredit für die Renovierung zu bekommen.

Damals klang dieser Vorschlag für Ivana noch nicht wie eine ernsthafte Bedrohung. Doch schon bald begann Marko, fast täglich über das Haus zu sprechen. Das Thema kam beim Mittagessen, während Autofahrten und in anderen völlig alltäglichen Momenten immer wieder zur Sprache.

„Du musst nur unterschreiben. Für dich ändert sich nichts.“

— Marko

Ivana stellte ihm jedes Mal dieselbe Frage: Wenn sich für sie wirklich nichts ändere, warum sei es ihm dann so wichtig, Miteigentümer zu werden? Marko antwortete, dass sie schließlich eine Familie seien. Doch mit der Zeit begann dieses Wort für sie weniger wie eine Erklärung und mehr wie Druck zu klingen.

Eine Schuld von 180.000 Euro verlieh seinen Forderungen eine völlig neue Bedeutung

Die Situation verschärfte sich zusätzlich, als Markos Mutter Vesna ins Spiel kam. Sie begann immer häufiger zum Haus zu kommen, Dinge umzustellen und über zukünftige Umbauten zu sprechen, als sei bereits entschieden, dass die Immobilie auch ihrem Sohn gehören würde.

Eines Tages sagte sie Ivana offen, ihr Vater sei nicht mehr am Leben, sie bekomme bald ein Kind und „ein Mann müsse schließlich etwas Eigenes haben“. Als Ivana ihr entgegnete, dass Marko bereits eine Firma, ein Auto und eine gemeinsame Wohnung besitze, stellte Vesna ihre Fähigkeit infrage, über das geerbte Eigentum selbst zu entscheiden.

Damals begann Ivana zum ersten Mal ernsthaft zu vermuten, dass Mutter und Sohn möglicherweise bereits einen Plan ausgearbeitet hatten, in dem ihre Meinung keine große Rolle spielte.

Den wahren Grund für Markos Beharren entdeckte sie zwei Wochen vor dem Vorfall. In der Schublade seines Schreibtisches fand sie eine Mahnung der Bank und erfuhr daraus, dass seine Baufirma mehr als 180.000 Euro Schulden hatte.

Als sie ihn mit dem Dokument konfrontierte, gab Marko zu, dass er die Immobilie nicht wegen der Renovierung benötigte. Er wollte sie als Sicherheit für einen Kredit verwenden, mit dem er versuchen wollte, seine Firma zu retten.

Ivana weigerte sich, das Haus ihres Vaters wegen seiner Geschäftsschulden mit einer Hypothek zu belasten.

Marko trat daraufhin so dicht an sie heran, dass sie instinktiv eine Hand auf ihren schwangeren Bauch legte. Er sagte ihr, sie solle noch einmal darüber nachdenken, doch sie änderte ihre Entscheidung nicht.

In den folgenden zwei Wochen sprachen sie kaum miteinander. Dann änderte sich Markos Verhalten plötzlich. Er kaufte ihr den Kinderwagen, den sie schon lange haben wollte, brachte Blumen mit und sagte, er wolle vor der Geburt ihrer Tochter keinen Streit mehr.

Ivana glaubte, dass er den Druck aufgegeben hatte.

Im Haus in Samobor wartete bereits ein vorbereiteter Vertrag auf sie

Am Samstag, dem 14. Februar, schlug Marko vor, gemeinsam zum Haus zu fahren, um die Heizung zu überprüfen und den Raum auszumessen, den sie für das Kind herrichten wollten. Als sie ankamen, war Vesna bereits im Haus, und auf dem Herd kochte ein großer Topf Rindfleischsuppe.

Auf dem Tisch lag eine Mappe. Kaum hatte Ivana das Haus betreten, hörte sie, wie Marko die Tür abschloss.

In der Mappe befand sich ein bereits vorbereiteter Vertrag, durch den sie ihm die Hälfte des Hauses schenken sollte.

Ivana lehnte sofort ab.

„Unterschreib, oder du wirst bereuen, dass du in dieses Haus zurückgekommen bist.“

— Marko

Er sagte ihr, seine Firma stehe vor dem Zusammenbruch und Menschen könnten ihre Arbeitsplätze verlieren. Ivana antwortete, er solle mit der Bank sprechen, aber das Haus werde er nicht bekommen.

Als sie ihre Tasche nahm und gehen wollte, packte Marko sie am Unterarm. Ivana versuchte, sich loszureißen. Vesna versuchte jedoch nicht, ihren Sohn zu beruhigen. Stattdessen sagte sie ihm, er solle sie nicht wieder gehen lassen und sie müssten an diesem Tag alles zu Ende bringen.

In diesem Moment wurde Ivana nach eigener Aussage klar, dass Vesna nicht nur wegen des Mittagessens gekommen war.

DER ENTSCHEIDENDE MOMENT

Als sie versuchte, die Küche zu verlassen, landete Ivana neben dem umgekippten Topf mit kochend heißer Suppe auf dem Boden.

Nach ihrer Aussage stieß Marko sie mit großer Kraft zwischen die Schulterblätter. Instinktiv drehte sie sich, um nicht auf den Bauch zu fallen, griff nach dem Herd und stieß dabei den Topf um. Die heiße Flüssigkeit ergoss sich über ihre linke Körperhälfte, ihre Hüfte und ihr Bein.

Während sie auf dem Boden lag, schützte sie mit den Händen ihren Bauch und flehte darum, einen Krankenwagen zu rufen. Marko stand über ihr, während Vesna nach Ivanas Aussage vollkommen ruhig blieb.

„Du hast das selbst verursacht.“

— Vesna

Ivana verlangte, dass Hilfe gerufen werde, doch zunächst bewegte sich niemand. Vesna sagte ihrem Sohn zuerst, er solle die Papiere vom Tisch nehmen, während Marko Ivanas Handy an sich nahm.

Der Rettungsdienst wurde erst gerufen, als der Nachbar, Herr Horvat, an die Hintertür zu klopfen begann, nachdem er ihren Schrei gehört hatte.

Die Polizei fand Schulden und eine fragwürdige Unterschrift – doch die entscheidenden Aufnahmen fehlten

Im Rettungswagen überprüfte die Ärztin zunächst den Zustand des Babys. Als Ivana hörte, dass der Herzschlag vorhanden war, begann sie erst in diesem Moment zu weinen.

Marko erschien zwei Stunden später im Krankenhaus. Vor dem medizinischen Personal hielt er ihre Hand, weinte und behauptete, sie sei selbst ausgerutscht und er habe versucht, sie aufzufangen.

Ivana antwortete ihm, dass er sie gestoßen habe.

Eine neben dem Bett stehende Polizistin hörte das Gespräch. Nachdem Marko gegangen war, erzählte Ivana ihr von den Schulden, dem Vertrag, der verschlossenen Tür, Vesnas Rolle und der Zeit, die bis zum Notruf vergangen war.

Noch am selben Tag untersuchte die Polizei das Haus. Der Vertrag war jedoch verschwunden, der Boden war gereinigt und der Topf gewaschen worden. Vesna behauptete, sie habe sich zum Zeitpunkt des Vorfalls im Wohnzimmer befunden, während Marko bei seiner Version blieb, dass seine Frau selbst gestolpert sei.

Es gab keinen direkten Zeugen für den eigentlichen Stoß.

Drei Tage später besuchte Ermittler Dario Jurić Ivana im Krankenhaus und fragte sie, ob es in der Küche eine Kamera gebe. Da erinnerte sich Ivana an ein Sicherheitssystem, das ihr Vater einst nach mehreren Einbrüchen in der Nachbarschaft installiert hatte.

Das Problem war, dass das Aufnahmegerät leer war. Marko kannte das Passwort, weshalb der Verdacht bestand, dass die Aufnahmen gelöscht worden waren.

In den folgenden Monaten brachte die Untersuchung jedoch weitere Umstände ans Licht. Es gab medizinische Befunde, die Geschäftsschulden und die Aussage des Nachbarn, der Ivanas Schrei gehört hatte.

Außerdem wurde festgestellt, dass Markos Firma innerhalb von zwei Jahren 94.000 Euro an ein Unternehmen überwiesen hatte, das unter Vesnas Adresse registriert war. Die Polizei fand auch Unterlagen für einen Kredit, der durch Ivanas Haus abgesichert werden sollte.

Auf einem der Dokumente befand sich eine Unterschrift, die wie ihre aussah.

Ivana behauptete, sie habe sie niemals geleistet.

Dennoch bestritt Marko weiterhin, sie gestoßen zu haben, und Vesna behauptete, nichts gesehen zu haben. Ohne die Aufnahmen aus der Küche blieb ein ernsthaftes Problem bei der Beweisführung dessen, was in diesen entscheidenden Sekunden tatsächlich geschehen war.

„Du hast mich gestoßen.“

— Ivana im Krankenhaus

Einige Monate später hielt Ivana bereits ihre Tochter Lana im Arm, als sie eines Dienstags von Ermittler Jurić angerufen wurde. Er bat sie, zur Polizeistation zu kommen.

Auf ihre Frage, was geschehen sei, antwortete er mit einem Satz, den sie zunächst nicht verstand.

„Wir haben die Küche gefunden.“

Ivana fragte ihn, was das bedeuten solle, und er erklärte ihr, dass sie eine Aufnahme aus der Küche gefunden hätten.

Sie erinnerte ihn daran, dass die Festplatte gelöscht worden war, und fragte, woher die Aufnahme dann stamme.

Der Ermittler zögerte kurz, bevor er ihr antwortete.

„Von Ihrem Vater.“

In diesem Moment wurde Ivana klar, dass ihr verstorbener Vater möglicherweise einen weiteren Teil des Sicherheitssystems hinterlassen hatte, von dessen Existenz Marko nichts wusste. Die ursprüngliche Geschichte endet genau mit dieser Entdeckung und erklärt nicht, wo die Sicherungskopie gespeichert worden war oder was darauf genau zu sehen ist.

Für Ivana bedeutete allein die Tatsache, dass die Aufnahme existierte, jedoch, dass sich die Ermittlungen nicht mehr ausschließlich auf die widersprüchlichen Aussagen von ihr, Marko und Vesna stützen mussten.

Das Haus, das ihr Vater ihr hinterlassen hatte, war der Grund für den Konflikt gewesen. Doch ausgerechnet etwas, das er Jahre zuvor in diesem Haus installiert hatte, könnte nun zum Beweis geworden sein, den niemand beseitigen konnte.

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