Im heutigen Artikel geht es um ein interessantes Thema rund um sexuelle Gesundheit, hormonelle Veränderungen und Fragen, über die viele Männer – insbesondere nach dem 50. Lebensjahr – noch immer ungern sprechen. Das Intimleben wird häufig fälschlicherweise als ein Bereich betrachtet, der vom übrigen Körper getrennt ist, obwohl sexuelles Verlangen und sexuelle Funktion von einem viel komplexeren Zusammenspiel verschiedener Faktoren abhängen. Der Urologe Dr. Aleksandar Milošević hat bereits früher darauf hingewiesen, dass Gehirn, Hormone, Nervensystem und Blutgefäße, aber auch der psychische Zustand eines Menschen an der Sexualfunktion beteiligt sind. Deshalb muss eine plötzliche Veränderung der Libido oder eine länger anhaltende Erektionsstörung nicht ausschließlich eine Frage der Intimität sein, sondern kann manchmal auch ein Anlass sein, den allgemeinen Gesundheitszustand überprüfen zu lassen.

Besonders Männer mittleren und höheren Alters sollten auf Veränderungen achten, die über längere Zeit bestehen bleiben. Sie sollten solche Beschwerden jedoch nicht automatisch ausschließlich dem Alter zuschreiben. Gleichzeitig stimmt es nicht, dass es eine bestimmte Anzahl an Geschlechtsverkehr geben muss, die jeder Mensch haben sollte, um gesund zu bleiben. Für manche Menschen ist Intimität häufiger wichtig, für andere seltener. Das sexuelle Verlangen kann sich unter dem Einfluss von Müdigkeit, Stress, Medikamenten, gesundheitlichen Problemen, der Qualität einer Partnerschaft und zahlreichen anderen Lebensumständen verändern. Viel wichtiger als die Anzahl der sexuellen Kontakte ist es, den eigenen Körper zu verstehen, sich sicher zu fühlen und mit dem Partner offen über die eigenen Bedürfnisse sprechen zu können.
Die bloße Tatsache, dass jemand über längere Zeit keinen Geschlechtsverkehr hat, bedeutet weder, dass diese Person krank ist, noch dass dadurch automatisch ein gesundheitliches Problem entsteht. Menschen können aus unterschiedlichsten Gründen längere Phasen ohne Intimität erleben – etwa nach einer Trennung, aus persönlicher Entscheidung, aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen oder schlicht deshalb, weil sie in einer bestimmten Lebensphase kein Bedürfnis danach haben. Bei manchen Menschen kann das Fehlen von Nähe die Stimmung, das Gefühl der Verbundenheit oder das Selbstbewusstsein beeinflussen. Dies lässt sich jedoch nicht auf alle Menschen gleichermaßen übertragen.
Anders sieht es aus, wenn das sexuelle Verlangen plötzlich verschwindet und gleichzeitig Müdigkeit, eine gedrückte Stimmung, Schlafprobleme, Erektionsstörungen oder Konzentrationsschwierigkeiten auftreten. Wie auch regionale Medien berichten, die Ratschläge von Fachleuten auf diesem Gebiet veröffentlicht haben, kann gerade die Kombination mehrerer solcher Veränderungen ein Grund sein, mit einem Arzt darüber zu sprechen, anstatt selbst eine Diagnose zu stellen.
Bei Männern kann der Testosteronspiegel mit zunehmendem Alter allmählich sinken. Der 50. Geburtstag ist jedoch keineswegs automatisch eine Grenze, nach der jeder Mann mit gesundheitlichen Problemen rechnen muss. Eine geringere Libido, Energiemangel, Stimmungsschwankungen oder ein Verlust an Muskelmasse können mit hormonellen Veränderungen zusammenhängen. Allerdings können ähnliche Beschwerden auch durch zahlreiche andere Erkrankungen oder Lebensumstände verursacht werden.
Deshalb lässt sich ein möglicher Testosteronmangel nicht allein anhand des Alters oder des subjektiven Empfindens feststellen. Dafür sind eine ärztliche Untersuchung und entsprechende Laboranalysen erforderlich.
Der wichtigste Punkt der gesamten Thematik beginnt eigentlich dort, wo ein Mann Veränderungen seiner Sexualfunktion nicht mehr ausschließlich als Frage seiner Männlichkeit betrachtet, sondern sie als mögliche gesundheitliche Information wahrnimmt. Eine länger anhaltende Erektionsstörung kann beispielsweise mit Stress, Angstzuständen oder Problemen innerhalb der Partnerschaft zusammenhängen. Sie kann aber auch mit Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Übergewicht, hormonellen Störungen, Rauchen, Alkoholkonsum oder bestimmten Medikamenten in Verbindung stehen. Genau deshalb kann es problematisch sein, Beschwerden monatelang zu verheimlichen oder nicht geprüfte Präparate aus dem Internet zu kaufen, da dadurch möglicherweise wertvolle Zeit verloren geht, in der die tatsächliche Ursache hätte festgestellt werden können.
Die sexuelle Funktion hängt vom ausreichenden Blutfluss, von funktionierenden Nervensignalen, Hormonen und psychischer Stabilität ab. Eine Störung in nur einem dieser Bereiche kann deshalb bereits zu einer deutlichen Veränderung führen.
Gerade nach dem 50. Lebensjahr ist es sinnvoll, darauf zu achten, was sich im Vergleich zu früher verändert hat, anstatt allein wegen des Alters in Panik zu geraten. Wer eine Veränderung bemerkt, muss nicht sofort vom schlimmsten Fall ausgehen. Gleichzeitig ist es aber auch keine gute Lösung, die Beschwerden einfach zu ignorieren.
Eine medizinische Untersuchung kann zeigen, dass hinter den Beschwerden eine einfache und behandelbare Ursache steckt. Manchmal kann sie aber auch auf eine Erkrankung aufmerksam machen, die bisher unbemerkt geblieben ist. Deshalb verdient sexuelle Gesundheit genauso einen ernsthaften und offenen Umgang wie Blutdruck, Blutzucker, Schlaf oder jeder andere Bereich der allgemeinen Gesundheit.
Ein besonderes Thema ist die Testosterontherapie, über die sich in den vergangenen Jahren zahlreiche vereinfachte Ratschläge und Versprechen verbreitet haben. Testosteron kann bei bestimmten Männern durchaus Bestandteil einer medizinischen Behandlung sein, wenn ein Hormonmangel eindeutig festgestellt wurde und entsprechende Beschwerden vorliegen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Testosteron vorsorglich oder eigenständig eingenommen werden sollte.
Vor Beginn einer solchen Therapie muss der allgemeine Gesundheitszustand beurteilt werden. Während der Behandlung sind außerdem die vom Arzt empfohlenen Laborwerte und andere gesundheitliche Parameter regelmäßig zu kontrollieren.
Besonders problematisch ist die Vorstellung, Testosteron sei ein universelles Mittel gegen Energiemangel und Potenzprobleme oder könne vor Erkrankungen der Prostata schützen. Nach Einschätzungen von Urologen und Endokrinologen, die in regionalen Medien wiedergegeben wurden, ist das Verhältnis zwischen Testosteron und der Prostata wesentlich komplexer, als es manche Behauptungen im Internet vermuten lassen.
Daher sollte eine Entscheidung über eine solche Therapie immer nach einer medizinischen Untersuchung getroffen werden und nicht aufgrund von Werbeversprechen, den Erfahrungen anderer Menschen oder Beiträgen in sozialen Netzwerken.
Ein Mann, der entsprechende Beschwerden bemerkt, kann seinen Hormonstatus ärztlich überprüfen lassen. Die Ergebnisse müssen jedoch immer gemeinsam mit den vorhandenen Symptomen und dem allgemeinen Gesundheitszustand beurteilt werden. Ebenso ist es durchaus möglich, dass jemand unter Müdigkeit oder vermindertem sexuellem Verlangen leidet, obwohl Testosteron nicht die Hauptursache dafür ist.
Genau darin liegt die Bedeutung einer sorgfältigen Diagnostik: Dasselbe Symptom kann verschiedene und völlig unterschiedliche Ursachen haben.
Auch das sexuelle Selbstbewusstsein wird nicht ausschließlich durch Hormone und körperliche Gesundheit beeinflusst. Eine wichtige Rolle spielt auch die Art und Weise, wie Menschen sich selbst wahrnehmen und welche Erwartungen sie an sich haben.
Pornografische Inhalte können bei manchen Menschen ein unrealistisches Bild davon erzeugen, wie eine sexuelle Beziehung aussehen sollte, wie lange sie dauern müsste oder wie der Körper aussehen sollte. Bei jüngeren, aber auch bei älteren Männern können solche Vergleiche Unsicherheit auslösen. Der Druck, auf eine bestimmte Weise „funktionieren“ zu müssen, kann die sexuelle Funktion zusätzlich beeinträchtigen.
Ähnliches gilt für die übermäßige Beschäftigung mit der Größe des Penis. Die Zufriedenheit innerhalb einer Partnerschaft hängt schließlich nicht allein von anatomischen Merkmalen ab.
Emotionale Nähe, Vertrauen, Sicherheit, Kommunikation und das Verständnis für die Bedürfnisse des anderen spielen häufig eine wesentlich größere Rolle als körperliche Merkmale, über die unnötiger Druck aufgebaut wird.
Auch regionale Portale, die sich mit sexueller Gesundheit beschäftigen, greifen häufig die Warnung von Fachleuten auf, dass Vergleiche mit pornografischen Inhalten eher Unsicherheit als einen tatsächlichen Nutzen erzeugen können.
Eine reale Partnerschaft ist kein Wettbewerb und keine Inszenierung. Sie ist eine gemeinsame Erfahrung zweier Menschen, die miteinander über das sprechen können sollten, was ihnen gefällt und was ihnen unangenehm ist.
Wenn Sexualität nicht mehr als eine Art Beweis der eigenen Leistungsfähigkeit betrachtet wird, lassen sich viele Unsicherheiten leichter bewältigen. Das kann insbesondere für Männer wichtig sein, die altersbedingte körperliche Veränderungen als Verlust ihrer eigenen Wertigkeit empfinden, obwohl Veränderungen des Körpers ein ganz normaler Bestandteil des Lebens sind.
Auch spätere Lebensjahre bedeuten keineswegs, dass Intimität verschwinden muss. Viele Menschen haben auch in ihren Sechzigern, Siebzigern oder noch später ein erfülltes Sexualleben, auch wenn sich die körperlichen Reaktionen im Laufe der Zeit verändern können.
Bei einem Mann kann beispielsweise mehr Zeit erforderlich sein, bis eine Erektion entsteht. Frauen können nach der Menopause unter vaginaler Trockenheit oder anderen Veränderungen leiden, die intime Beziehungen anders gestalten als früher.
Viele dieser Beschwerden lassen sich durch eine geeignete Beratung oder Behandlung lindern. Deshalb müssen sie nicht einfach als etwas hingenommen werden, über das man schweigen muss.
Wenn Intimität freiwillig, sicher und für beide Partner angenehm ist, kann sie mit einem Gefühl von Nähe, einer besseren Stimmung, Entspannung und bei manchen Menschen auch mit einem besseren Schlaf verbunden sein. Gleichzeitig wäre es falsch, Menschen mit der Behauptung Angst zu machen, dass allein das Ausbleiben sexueller Beziehungen automatisch eine schwere Erkrankung verursacht. Das Sexualleben ist nur einer von vielen Faktoren, die die körperliche und psychische Gesundheit beeinflussen. Viel wichtiger ist es, eine plötzliche und unerklärliche Veränderung wahrzunehmen, insbesondere wenn gleichzeitig weitere Beschwerden auftreten.
Wenn langfristige Erektionsprobleme, ein plötzliches Ausbleiben des sexuellen Verlangens, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder andere Veränderungen auftreten, die einen Menschen beunruhigen, kann ein Gespräch mit einem Facharzt sinnvoller sein, als darauf zu warten, dass die Beschwerden von selbst verschwinden.
Die wichtigste Botschaft dieses Themas lautet aus neutraler journalistischer Sicht: Männer über 50 müssen keine Angst vor Hormonen oder dem Älterwerden haben. Gleichzeitig sollten sie neue Beschwerden nicht automatisch als unvermeidliche Folge des Alters abtun.
Ein offenes Gespräch und eine rechtzeitige medizinische Untersuchung sind meiner Ansicht nach wesentlich hilfreicher als Scham, Selbstdiagnosen oder nicht geprüfte Präparate. Denn das Bedürfnis nach Nähe und das Gefühl, für einen anderen Menschen wichtig zu sein, verschwinden nicht einfach mit einem bestimmten Geburtstag.
Was würden Sie tun?
























