Klassisches Kasselergericht mit Sauerkraut und Kartoffelpüree – ausführlich neu erzählt
Dieses traditionsreiche Gericht gehört zu den bekanntesten Klassikern der deutschen Hausmannskost. Es vereint herzhaftes, geräuchertes Fleisch mit mild-säuerlichem Sauerkraut und cremigem Kartoffelpüree. Die Kombination aus deftigen und ausgewogenen Aromen sorgt für ein sättigendes und zugleich wohltuendes Essen, das besonders an kühleren Tagen sehr beliebt ist.
Im Folgenden wird die Zubereitung dieses Gerichts ausführlich beschrieben, wobei jeder Schritt verständlich erklärt und kulinarisch eingeordnet wird. Ziel ist es, nicht nur ein Rezept wiederzugeben, sondern ein Kochkonzept, das auch für weniger geübte Köchinnen und Köche leicht nachvollziehbar ist.

Zutatenübersicht und ihre Bedeutung
Für dieses Gericht werden klassische, gut erhältliche Zutaten verwendet, die zusammen ein harmonisches Ganzes ergeben:
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Kasseler (geräuchert) – etwa 1 Kilogramm, wahlweise aus dem Rücken oder Nacken
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Butterschmalz – zum Anbraten des Fleisches
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Zwiebeln – vier Stück, abhängig von der Größe
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Malzbier – ca. 500 ml, verleiht der Soße eine malzige Tiefe
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Rinderbrühe – ebenfalls 500 ml, idealerweise heiß angerührt
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Gekörnte Brühe – etwa ein Teelöffel zur Geschmacksverstärkung
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Salz und Pfeffer – zum Abschmecken
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Sauerkraut – zwei Beutel, je nach Vorliebe mild oder kräftig
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Kartoffeln – ungefähr 16 Stück, mehligkochend empfohlen
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Butter – eine dicke Scheibe für das Kartoffelpüree
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Milch – nach Bedarf für die gewünschte Konsistenz
Jede einzelne Zutat erfüllt eine klare Funktion: Während das Kasseler für den herzhaften Hauptgeschmack sorgt, balancieren Sauerkraut und Kartoffelpüree das Gericht durch Säure und Cremigkeit aus.
Vorbereitende Arbeiten – die Grundlage für gutes Gelingen
Bevor mit dem eigentlichen Kochen begonnen wird, sind einige vorbereitende Schritte notwendig. Diese sorgen für einen reibungslosen Ablauf und ein gleichmäßiges Garergebnis:
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Das Kasseler wird zunächst unter fließendem Wasser abgespült und anschließend gründlich trockengetupft.
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Die Zwiebeln werden geschält und in feine Ringe geschnitten.
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Die Kartoffeln schält man ebenfalls und schneidet sie in kleinere, gleichmäßige Stücke, damit sie später gleichmäßig garen.
Eine sorgfältige Vorbereitung spart Zeit und verhindert Stress während des Kochens.
Anbraten des Kasselers – der erste Geschmacksträger
In einer großen Schmorpfanne wird nun Butterschmalz erhitzt. Sobald das Fett heiß ist, wird das Kasselerstück von allen Seiten kräftig angebraten. Ziel ist es, eine schöne goldbraune Kruste zu erzeugen, die später für intensive Röstaromen sorgt.
Sobald das Fleisch rundum Farbe angenommen hat, wird es aus der Pfanne genommen und kurz beiseitegestellt. Dieser Schritt ist entscheidend für den späteren Geschmack der Soße.
Zwiebeln als Aromabasis
In derselben Pfanne, in der zuvor das Kasseler angebraten wurde, werden nun die vorbereiteten Zwiebelringe angebraten. Durch die verbliebenen Bratrückstände nehmen sie besonders viel Aroma auf. Die Zwiebeln sollten:
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langsam gebraten werden
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eine leicht bräunliche Farbe annehmen
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weich und leicht karamellisiert sein
Sie bilden das geschmackliche Fundament der späteren Soße.
Schmorphase – Zeit für Geduld
Nachdem die Zwiebeln den gewünschten Bräunungsgrad erreicht haben, wird das Kasseler wieder zurück in die Pfanne gelegt. Nun folgt das Ablöschen:
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Das Malzbier wird vollständig angegossen
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Anschließend kommt die Rinderbrühe hinzu
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Ein Teelöffel gekörnte Brühe rundet den Geschmack ab
Alles wird kurz aufgekocht, danach die Pfanne mit einem Deckel verschlossen. Das Kasseler darf nun etwa zwei Stunden bei mittlerer Hitze schmoren. Während dieser Zeit sollte das Fleisch gelegentlich gewendet werden.
Durch das langsame Schmoren wird das Kasseler besonders saftig und zart.
Beilagen richtig timen
Etwa 40 Minuten vor Ende der Garzeit beginnt man mit der Zubereitung der Kartoffeln. Diese werden in kaltem Wasser aufgesetzt. Sobald das Wasser kocht, gibt man Salz hinzu und lässt die Kartoffeln:
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ca. 15–20 Minuten
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bei mittlerer Hitze
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weich kochen
Parallel dazu wird etwa 30 Minuten vor Ende der Garzeit das Sauerkraut zubereitet. Dieses wird mit so viel Brühe aufgegossen, dass es gerade bedeckt ist, einmal aufgekocht und anschließend:
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rund 20 Minuten
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bei niedriger Hitze
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sanft geköchelt
Die genaue Garzeit kann je nach verwendetem Sauerkraut variieren.
Soße verfeinern und Fleisch warmhalten
Kurz bevor alle Komponenten fertig sind, wird das Kasseler aus der Pfanne genommen und bei 80 °C im Backofen warmgehalten. Die Soße wird nun weiterbearbeitet:
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Entweder durch Passieren, um Zwiebelstücke zu entfernen
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Oder durch Pürieren mit dem Stabmixer
Anschließend wird die Soße nochmals aufgekocht und abgeschmeckt. In der Regel ist kaum Nachwürzen nötig, da sie bereits sehr aromatisch ist. Falls gewünscht, kann die Soße noch etwas eingedickt werden.
Kartoffelpüree – cremig und fein
Sind die Kartoffeln weich, wird das Wasser abgegossen. Die Kartoffeln werden leicht zerdrückt und anschließend:
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mit der Butter vermengt
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auf niedriger Stufe mit dem Handmixer verrührt
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mit heißer Milch auf die gewünschte Konsistenz gebracht
Ein gutes Kartoffelpüree sollte cremig, aber nicht flüssig sein.
Anrichten und Servieren
Zum Abschluss wird das Kasseler in Scheiben geschnitten und zusammen mit:
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der aromatischen Soße
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dem mild-säuerlichen Sauerkraut
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und dem cremigen Kartoffelpüree
auf Tellern angerichtet. Dieses Gericht eignet sich hervorragend für ein klassisches Familienessen oder ein gemütliches Sonntagsmahl.
Dieses Gericht zeigt eindrucksvoll, wie aus einfachen Zutaten ein vollwertiges, geschmacklich ausgewogenes Essen entstehen kann. Die Kombination aus langsamer Schmorzeit, sorgfältiger Vorbereitung und klassischer Würzung macht dieses Kasselergericht zu einem zeitlosen Favoriten.
Guten Appetit!




















